Die Drei ??? - Print 221 - Im Wald Der Gefahren

Justus, Peter und Bob schliessen sich einer Survival-Wandertour in der Wildnis der Rocky Mountains an. Auf ihrer Route müssen sie so einige Prüfungen bestehen und machen dabei nicht nur Bekanntschaft mit einem Bären. Der Wald birgt ein Geheimnis! 


Die Drei Fragezeichen - Print

Fall 221
Im Wald Der Gefahren

André Marx

Gebunden - 2022.02
ISBN: 9783440166895

eBook - 2022.02
ISBN: 9783440504840

Verlag: Kosmos
Seiten: 160


Kapitel 

01. Montana
02. Vorstellungsrunde
03. Der tote Briefkasten
04. Der Sturz
05. Detektiv Greyfield
06. Aufwärts
07. Der Bellingham-Vorfall, Teil 1
08. Der leuchtende Wald
09. Angriff!
10. Pilze und Blaubeerpudding
11. Der Herr der Wildnis
12. Gefangen
13. Das Versteck in den Weiden
14. Peeeteeer!
15. Der Kolibri
16. Der Bellingham-Vorfall, Teil 2
17. Ernies Tagebuch
18. Ein Mann namens Thomas
19. Ich war`s nicht¨


Montana 

"Bobs Reisetagebuch, Montana, dreissigster Mai. Berge, Wälder, Seen und hinter jeder Kurve ein neuer atemberaubender Blick - so präsentiert sich uns der Bundesstaat Montana, seit wir die Interstate 90 vor zwei Stunden verlassen haben. Die drei ??? sind endlich wieder unterwegs.
Es ist eigentlich Peters Reise. Sein Opa wollte mit ihm eine Wanderung in den Bergen von Montana machen, nachdem ihm die Gegend bei unserem gemeinsamen Trip durch die Staaten so gut gefallen hatte. Aber dann hat er sich den Zeh gebrochen. Also Peters Opa. Nicht Peter. Deshalb sind jetzt Justus und ich mit dabei. Just war zwar nur mittelmässig begeistert, weil er spätestens seit unserer letzten Rucksack-Tour weiss, wie anstrengend so was sein kann, aber ich freue mich drauf. Vier Tage lang wandern in einer kleinen geführten Gruppe weit weg von der Zivilisation. Das wird toll.
Heute Morgen hat Peters Dad uns zum Flughafen Los Angeles gefahren, dann sind wir nach Billings, Montana geflogen und haben unseren Mietwagen abgeholt. Seitdem sitzt Peter am Steuer und fährt ein bisschen halsbrecherisch die Serpentinen rauf und runter. Um sechs Uhr werden wir in einem kleinen Kaff namens Two Creeks erwartet. Justus schläft. Wie kann er das bei diesen Kurven? Mir ist so schon leicht schwummrig."
"Sag mal, was murmelst du da eigentlich vor dich hin?" Peter Shaw warf seinem Freund Bob Andrews einen fragenden Blick durch den Rückspiegel zu.
"Ach, ich dachte, du könntest mich gar nicht hören, so wie du rast", gab Bob zurück.
"Ich rase nicht. Ich fahre lediglich sportlich. Also: Mit wem sprichst du?"
"Mit meinem Reisetagebuch."
"Mit dem kann man sprechen? Ich dachte, da schreibt man rein."
"Ich wollte das Buch nicht mitschleppen. Also diktiere ich in mein Handy. Vielleicht schreibe ich es zu Hause ab und -"
"Wow, seht euch das an!", rief Peter, sodass Justus aus dem Schlaf aufschreckte.
Sie hatten die Passhöhe erreicht und der Zweite Detektiv lenkte den Wagen gerade zwischen zwei haushohen Felsen hindurch, die den Berggipfel bildeten. Die letzten Meilen war es stetig aufwärtsgegangen und die Sicht nach Norden war von hohen Felswänden versperrt gewesen. Nun breitete sich vor der Windschutzscheibe ein atemberaubendes Panorama aus. Hinter einem abrupt abfallenden Felssturz erstreckte sich ein weites grünes Tal. Auf der anderen Seite, viele Meilen entfernt, kletterte der Wald den Hang empor, bis die Bäume keinen Halt mehr fanden und vor den steil aufragenden Felswänden kapitulierten. Dahinter erstreckten sich endlose Bergketten. Auf den höchsten Gipfeln lag Schnee. Hier und da hingen Wolkenfelder fest und spielten mit dem Sonnenlicht. In weiter Ferne regnete es sogar. Nirgendwo war ein Haus zu sehen, die Natur schien beinahe unberührt. Lediglich die schmale Strasse wand sich hier und da aus den Wäldern hervor.
"Die endlosen Weiten Montanas", sagte Bob andächtig.
"Hier wohnt wirklich niemand, oder?" Peter war fasziniert von der menschenleeren Landschaft um ihn herum. Zu Hause an der Küste Kaliforniens gab es das nicht. Da sah man immer irgendwo ein Haus oder ein Auto oder einen Strommast herumstehen.
"Das ist natürlich nicht korrekt", belehrte Justus den Zweiten Detektiv, "aber Montana ist in der Tat einer der am dünnsten besiedelten Bundesstaaten. Mit nur etwa sieben Einwohnern pro Quadratmeile steht er an -"
"So genau wollte ich es nicht wissen", winkte Peter ab. Es war besser, Justus so früh wie möglich zu unterbrechen, wenn man keinen mehrminütigen Vortrag über ein vollkommen uninteressantes Thema hören wollte. "Ausserdem nehme ich alles zurück. Da kommt ein Wagen."
Von hinten kam ein Buick Cabrio näher, und zwar ziemlich schnell. Am Steuer sass ein Mann mit dunklen Haaren, Sonnenbrille und fingerlosen Lederhandschuhen. In einem riskanten Manöver überholte er die drei ??? kurz vor einer Kurve und brauste davon.
Peter schaute ihm kopfschüttelnd hinterher. "So ein Armleuchter."
Von nun an ging es nur noch bergab. Zehn Minuten nachdem die Strasse in das bewaldete Tal eingetaucht war, wurden sie von einem grossen Schild mit den Worten Willkommen in Two Creeks begrüsst. Darunter war ein Bär gemalt, der an einem Berghang zwischen zwei Bächen stand.
Two Creeks bestand aus kaum mehr als einer Strasse mit einer Tankstelle und einem kleinen Diner, vor dem ausschliesslich Geländewagen und Pick-ups parkten. Zwei bärtige Männer in fleckigen Overalls und mit Cowboyhüten auf dem Kopf schauten dem weissen Mietwagen ausdruckslos hinterher. Dreihundert Meter hinter dem Ortseingangsschild kam bereits das Ortsausgangsschild.
"Das kann nicht richtig sein", murmelte Peter. "Das Green House, in dem wir uns mit Ralph und den anderen treffen sollen, ist in Two Creeks. Nicht dahinter. Wir müssen eine Abzweigung übersehen haben." Er wendete das Auto mitten auf der Strasse und fuhr zurück.
"Wir sollten jemanden fragen", schlug Bob vor.

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Montag, 03. Oktober 2022

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